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Aktuell_Informationen des Generalvikars an die Pastoralen Dienste
Freitag, 11. September 2020

7.  Schreiben zu liturgischen und weiteren Bestimmungen in der Corona-Zeit


Sehr geehrte Priester und Diakone,
sehr geehrte Pastoral- und Gemeindereferentinnen und Pastoral- und Gemeindereferenten,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral,

nach der Aktualisierung der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen sende ich Ihnen heute einige für den kirchlichen Bereich relevante Entwicklungen zur Kenntnis.

In der Anlage finden Sie die aktualisierte Fassung unserer Empfehlungen zur Kirchenmusik in der Corona-Zeit. Hieraus möchte ich folgende Punkte besonders betonen:

  • Das Land NRW hat Chorgesang ohne Mundschutz bei einem Mindestabstand von
    2 m gestattet. Wir übernehmen diese Regelung auch für den Gemeindegesang und empfehlen ausdrücklich, den Gemeindegesang in allen Gottesdiensten zu fördern.
  • Gerne weise ich nochmals darauf hin, dass das Gotteslob in den Gemeinden ausgelegt werden kann, wenn zwischen zwei Benutzungen 72 Stunden liegen.
    Auch hierdurch kann der Gemeindegesang gefördert werden. Bei mehreren Sonntagsmessen könnte jeweils ein Teil der Exemplare ausgelegt und vor der nächsten Messe gegen den unbenutzen Teil ausgetauscht werden.

Hinsichtlich der Durchführung von Martinszügen hat das NRW-Gesundheitsministerium (MAGS) den Kommunen als zuständigen Ordnungsbehörden Folgendes mitgeteilt:

Bei den traditionellen Martinszügen handelt es sich – soweit es nicht vor Ort traditionelle Begleitprogramme im Sinne van Straßenfesten etc. geben sollte – um klassische Veranstaltungen unter freiem Himmel. Damit sind sie nach [§ 13 CoronaSchVO] grundsätzlich zulässig, wobei insbesondere der Mindestabstand – ggf. durch Zugangsregelungen – eingehalten werden muss. Ohne Mindestabstand dürfen Familien, feste 10er Gruppen und – neu – z.B. Kindergartengruppen, die auch tagsüber ohne Mindestabstand betreut werden dürfen ([§ 1 Abs. 3, 2. Alternative, CoronaSchVO]), teilnehmen. Aus unserer Sicht kann damit – gerade angesichts der im Freien gegenüber geschlossenen Raumen nach allen bisherigen Erfahrungen doch deutlich geringeren Infektionsrisiken – eine Durchführung solcher Veranstaltungen mit entsprechenden Rahmenvorgaben vor Ort (Aufstellflächen, ehrenamtlicher Ordnereinsatz) verantwortbar gestaltet werden. Dabei spielt auch eine Rolle, dass viele potentielle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vermutlich selbst angesichts der öffentlichen Diskussionen sehr sensibilisiert sind und sich entsprechend verhalten.

Schlussendlich obliegt es der Zuständigkeit jeder Kommune aufgrund der örtlichen Situation und der jeweiligen Traditionen zu entscheiden, ob sie die Einhaltung dieser Vorgaben für umsetzbar und realistisch hält oder die Veranstaltungen absagen/untersagen/einschränken muss. Untersagungen oder Einschränkungen als Einzelfallbezogene Schutzmaßnahmen nach [§ 28 IfSG] sind selbstverständlich mit entsprechender Begründung immer möglich. Vorstellbar wäre beispielsweise, den eigentlichen Martinszug durchzuführen, jedoch auf einen ortsfesten Schlusspunkt, etwa ein Martinsfeuer, zu verzichten.

Bei Durchführung von Martinszügen gelten für 300er-, 500er- und 1.000er-Veranstaltungen die jeweiligen Konzept- und Genehmigungspflichten (beachten Sie dazu insbesondere die Neufassung in [§ 2b Abs. 3 CoronaSchVO]). Zudem muss selbstverständlich allen Veranstaltern bewusst sein, dass bei einem veränderten Infektionsgeschehen auch kurzfristige Absagen möglich sind.

Wir hoffen, dass diese Informationen Ihnen helfen, die Martinszüge so zu planen, dass darauf auch in diesem Jahr nicht verzichtet werden muss. Sollte die Durchführung von Martinszügen nicht möglich sein, könnte alternativ überlegt werden, die Martinsgeschichte im Freien oder in Kirchen aufzuführen oder zu erzählen.

Die Vorgaben sind auch für Überlegungen relevant, im Advent und an den Weihnachtstagen Gottesdiensten unter freiem Himmel anzubieten. In vielen Gemeinden gibt es hierzu bereits Überlegungen. Neue und kreative Ideen zu Gottesdiensten im Freien, zu Krippenfeiern an anderen Orten und zu alternativen Formen
in kleinen Gruppen etc. werden gerade entwickelt.
Wir möchten diese Ideen auf unserer Internetseite sammeln, damit ein Pool mit vielen Anregungen entsteht. Dazu haben wir eine Online-Pinnwand, ein so genanntes Padlet erstellt, wo Sie gerne Ihre Ideen und Anregungen teilen können.

Wir sammeln und bündeln die Vorschläge und stellen dort auch durch die Fachabteilungen der Hauptabteilung Seelsorge hilfreiche Materialien und Tipps zur Gestaltung des Weihnachtsfestkreises zusammen. Zur kollegialen Beratung und zum Erfahrungsaustausch findet am 8. Oktober um 19:30 Uhr eine Videokonferenz statt. Weitere Informationen zu diesem Termin folgen zeitnah auf [www.forum-katechese.de].

Für Schulgottesdienste an öffentlichen und kirchlichen Schulen in NRW gelten die üblichen Bedingungen (Details siehe [6. Schreiben zu liturgischen und weiteren Bestimmungen in der Corona-Zeit]):

  1. Einhaltung der Mindestabstands- und Hygieneregeln.
  2. Das Erfordernis des Mindestabstands zwischen den Personen kann ersetzt werden durch die Vergabe fester Sitzplätze. Einer gesonderten Erfassung von Adresse und Telefonnummer bedarf es dabei nicht, wenn diese Daten für den Verantwortlichen bereits verfügbar sind. Bei dieser zweiten Variante ist auf das Singen zu verzichten.

Die Entscheidung, unter welchen der oben genannten Bedingungen die Schulgottesdienste stattfinden, trifft der jeweilige Rector ecclesiae in Abstimmung mit der Schulleitung.

Für den rheinland-pfälzischen Teil des Erzbistums Köln gilt, dass Gottesdienste durchgeführt werden können, die auf Einladung und in Verantwortung der jeweiligen Kirchengemeinde stattfinden. Hierfür gelten dann die Corona-Regelungen wie für andere Gottesdienste auch. Dieses sind dann allerdings keine Schulgottesdienste im Sinne schulischer Veranstaltungen.

Bis Anfang Oktober werden wir Ihnen konkrete Hinweise zum Umgang mit Kirchenheizungen in der Corona-Pandemie zukommen lassen. Wir sind hier bereits in engem Austausch mit Fachleuten.

Die übrigen Bestimmungen des [6. Schreibens zu liturgischen und weiteren Bestimmungen in der Corona-Zeit] gelten unverändert fort.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Markus Hofmann
Generalvikar

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[zu den aktuellen kirchenmusikalischen Konkretionen (8. Sept. 2020)]

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[bisherige Corona-Schreiben]

[Online-Padlet]

[Corona-Schutz-Verordnung NRW vom 31. Aug. 2020]

[Corona-Bekämpfungsverordnung RP]

[Bundes-Infektionsschutzgesetz IfSG]


Verantwortlich:
Dr. Markus Hofmann
Generalvikar des Erzbischofs von Köln
Marzellenstr. 32
50668 Köln
0221 1642 1262
generalvikar@erzbistum-koeln.de
 www.erzbistum-koeln.de