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Aktuell_Informationen des Generalvikars an die Pastoralen Dienste
Montag, 11. Mai 2020

3. Schreiben über liturgische Bestimmungen in der Corona-Zeit

Sehr geehrte Priester und Diakone,
sehr geehrte Pastoral- und Gemeindereferentinnen sowie Pastoral- und Gemeindereferenten,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral,

seit Anfang des Monats Mai dürfen und können wir wieder öffentliche Gottesdienste feiern. Das ist ein Fortschritt und ein Segen! Ich danke Ihnen und all denen, die das mit ihrem Einsatz und ihrer Umsicht möglich gemacht haben. Mein Eindruck ist, dass die Pastoralen Dienste und die Gläubigen im Erzbistum Köln insgesamt mit großem Verantwortungsbewusstsein und Augenmaß diese Möglichkeit nutzen. Zugleich nehme ich wahr, dass mancherorts in einigen Punkten noch Unklarheiten oder Unsicherheiten bestehen. Außerdem ist eine Reihe von Fragen bislang noch offengeblieben, die nun zeitlich mehr und mehr nach einer Antwort verlangen, so z.B. die Frage nach dem Fronleichnamsfest.

Mit diesem Schreiben möchte ich Ihnen Orientierung und Hilfestellung geben, wie wir auch in Zeiten der anhaltenden Corona-Krise in einer möglichst guten Weise gemeinsam Gottesdienst feiern können.

Zunächst einige allgemeinere Punkte:

In meinem letzten Schreiben vom 28. April habe ich Ihnen bereits mitgeteilt, was wir generell bei den öffentlichen Gottesdiensten beachten müssen und sollten. Hier war zunächst vor allem die Eucharistiefeier am Sonntag und an Werktagen im Blick. Es ist nachvollziehbar, dass die Umsetzung der Vorgaben eine gewisse Zeit in Anspruch genommen hat und nicht in allen Seelsorgebereichen des Erzbistums zur gleichen Zeit die ersten Gottesdienste stattfinden konnten. Die Erfahrungen, die ich bislang mitbekommen habe, ermutigen dazu, hier klug und umsichtig, aber ohne Angst die Quelle und den Höhepunkt allen christlichen Lebens wieder gemeinsam zu feiern.

Inzwischen sollte es grundsätzlich möglich sein, dass in jedem Seelsorgebereich für wenigstens eine oder mehrere Kirchen die Voraussetzungen für gemeinsame, öffentliche Eucharistiefeiern geschaffen worden sind. Wo dies nicht der Fall ist, sind wir gerne bereit, konkrete Hilfestellung zu geben; ich bitte daher die zuständigen Pfarrer mit dem Büro des Generalvikars Kontakt aufzunehmen, falls Sie sich nicht im Stande sehen, eine solche Möglichkeit einzurichten. Die von den Mitfeiernden der Gottesdienste erhobenen Daten (Name und Adresse bzw. Kontaktmöglichkeit) sind 21 Tage lang sicher aufzubewahren, auf Verlangen der Behörden zum Nachvollzug von Infektionsketten diesen vorzulegen und nach Ablauf der dreiwöchigen Frist zu vernichten.

Grundsätzlich gelten selbstverständlich für alle Gottesdienste die aktuellen liturgischen Normen, wie sie in den entsprechenden Dokumenten der Kirche veröffentlich sind. Das gilt auch für die Regelung, dass Wortgottesfeiern die sonntägliche Eucharistiefeier nicht ersetzen können und dürfen. Die Einschränkungen und Besonderheiten (z.B. im Hinblick auf den Gesang und die Kommunionspendung), die derzeit gelten bzw. empfohlen sind, stellen zeitweise Ausnahmen dar, die für das Erzbistum Köln gelten. Die Basis sind Zusagen der fünf (Erz-)Bistümer in Nordrhein-Westfalen an die Landesregierung bzw. Vorgaben der Landesregierung von Rheinland-Pfalz sowie unter den jeweiligen Bistümern abgestimmte Regelungen, die im Einzelfall weiter konkretisiert werden. Anderslautende Regelungen anderer (Erz-)Bistümer oder abweichende Empfehlungen, die auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz zusammengestellt worden sind, besitzen im Erzbistum Köln keine Geltung.

Heute informiere ich Sie wie angekündigt zu Gottesdiensten aus besonderen Anlässen – sei es auf dem Lebensweg (Taufe, Firmung, Weihe), sei es aufgrund besonderer Anlässe im liturgischen Jahr. Bei all diesen Anlässen sind natürlich die grundsätzlichen Regeln zu beachten, die im o.g. Schreiben schon thematisiert wurden und die hier nicht wiederholt werden (Markierungen, Ordnungsdienst, Hinweisschilder, Gesang etc.). Sie finden diese nochmals als Anhang zu diesem Schreiben. Auch für die Feier der Taufe, der Firmung und der Trauung gilt als Grundsatz, dass der Ritus so wenig wie möglich, verändert wird.

Die Feier der Taufe

Die Feier des Sakraments der Taufe ist grundsätzlich möglich. Bei den Teilen, in denen der Zelebrant dem Täufling besonders nahekommt und ihn berührt, gilt Folgendes:

Die Bezeichnung mit dem Kreuzzeichen am Beginn des Gottesdienstes, die Salbung mit Katechumenenöl vor der Taufe bzw. das ersatzweise Auflegen der Hände sind an sich keine gesundheitliche Gefahr und daher ebenso möglich wie die Berührung bei den ausdeutenden Zeichen, also bei der postbaptismalen Chrisamsalbung und dem Effata-Ritus. Um jede Gefahr auszuschließen, reinigt bzw. desinfiziert der Taufspender vor der Feier seine Hände. Das kann – auch aus psychologischen Gründen, d.h. um deutlich zu machen, dass der Zelebrant sensibilisiert ist – während der Feier wiederholt werden.

Um eine Ansteckung durch die Atemluft zu vermeiden, sollte der Taufspender jeweils zunächst die Zeichenhandlung vollziehen, dann 1,5 bis 2 Meter zurückzutreten und erst jetzt die deutenden Worte sprechen. Alternativ dazu kann er auch einen Mundschutz tragen.

Bei der Taufe selbst können die Zeichenhandlung (Übergießen mit Wasser) und die sakramentalen Worte (N., ich taufe dich ….) nicht getrennt werden. Spätestens jetzt ist ein Mundschutz der Nahestehenden (Taufspender, Eltern, Paten etc.) erforderlich.

Die familiäre Feier nach der Liturgie fällt in die Verantwortung der Familie selbst, aber natürlich sollten wir von Seiten der Kirche hier ein gutes Vorbild geben. Dies gilt umso mehr, falls nach der Liturgie eine gemeindliche Feier vorgesehen ist. Hier müssen die behördlichen Vorgaben beachtet werden.

Die Feier der Firmung

Sofern in Ihren Seelsorgebereichen Firmungen geplant waren, stehen Sie ohnehin in Kontakt mit den jeweiligen Weihbischöfen. Mit ihnen klären Sie bitte ab, ob und welche Firmlinge das Angebot zu einer Firmfeier im Kölner Dom nach Christi Himmelfahrt wahrnehmen wollen. In diesem Zusammenhang erfahren Sie, welche Regelungen (z.B. beschränkte Teilnehmerzahl) hier unvermeidlich sind. Für die Feier der Firmung nach den Sommerferien 2020 wenden Sie sich bitte an den jeweils zuständigen Weihbischof Ihres Pastoralbezirks. Dies gilt auch für die Firmkandidatinnen und -kandidaten, die über die Fides-Stellen vorbereitet werden.

Hochzeit

Kirchliche Trauungen sind unter den geltenden Bedingungen für öffentliche Gottesdienste möglich. Bei den Dialogen zur Vermählung ist der Mindestabstand zwischen Brautpaar und assistierendem Geistlichen zu berücksichtigen. Zur Bestätigung der Vermählung empfiehlt es sich, die Aufforderung nach der Einladung „Reichen Sie nun einander die rechte Hand“ vorzutreten, die Stola schweigend um die beiden Hände zu legen, wieder zurückzutreten und erst dann fortzufahren.

Fronleichnam – Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi

Auch in diesem Jahr wird das Fronleichnamsfest gefeiert. Das ist unter den geltenden Schutzmaßnahmen möglich. Zentral ist die Eucharistiefeier an diesem Tag. Trotz des Versammlungsverbots in der Öffentlichkeit dürfen Freiluftgottesdienste in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz als Versammlungen zur Religionsausübung gefeiert werden. Das ist am Fronleichnamsfest an einigen Orten üblich und auch in diesem Jahr empfohlen. Eine zahlenmäßige Obergrenze gibt es dafür nicht. Die behördlichen und kirchlichen Bestimmungen sehen einen Mindestabstand von 1,5 bis 2 Meter vor. Es empfiehlt sich daher, entweder entsprechende Sitzgelegenheiten vorzusehen oder geeignete Markierungen anzubringen. Außerdem ist der Zugang zu den Gottesdiensten zu regulieren. Insofern muss ein solcher Gottesdienstort umgrenzt sein und kontrollierbare Ein- und Ausgänge haben. Es ist daher ein Ordnungsdienst nötig. Es empfiehlt sich sehr, die Kommunen vor Ort über solche Gottesdienste zu informieren. Die Bestimmungen zum Gesang gelten auch für Gottesdienste im Freien.

Die genannten Schutzmaßnahmen können bei einer Eucharistiefeier in einer Kirche oder unter freiem Himmel gewährleistet werden, aber nicht mehr bei einer Prozession mit einer größeren Zahl von Personen. Sofern die behördlichen und kirchlichen Bestimmungen am Fronleichnamsfest weiterhin in Kraft sind – und davon muss derzeit ausgegangen werden -, sind Fronleichnamsprozessionen daher in der bisher üblichen Weise leider nicht möglich.

Allerdings findet das Fronleichnamsfest statt. Das heißt, in dem betreffenden Seelsorgebereich findet eine bzw. finden mehrere Eucharistiefeiern unter den geltenden Regelungen statt, sei es in den Kirchen, sei es unter freiem Himmel.

Außerdem soll in Verbindung mit wenigstens einer dieser Eucharistiefeiern ein besonderes Element der Verehrung Jesu in der heiligen Eucharistie praktiziert werden: z.B. eine Zeit der eucharistischen Anbetung im Anschluss an die Messfeier. Über die konkrete Ausgestaltung entscheiden Sie vor Ort. So ist etwa auch vorstellbar, dass – anstelle einer Prozession mit allen Mitfeiernden – ein Geistlicher mit dem Allerheiligsten und einigen liturgischen Diensten zu den Gläubigen kommt und sie gruppenweise segnet, um dann mit einem gemeinsamen Abschluss mit allen zu enden.

Was hingegen dieses Jahr definitiv ausfallen muss, sind die Pfarrfeste zu Fronleichnam. Diese nicht-gottesdienstlichen Versammlungen sind noch verboten.

Sofern Ihre Gemeinde in Rheinland-Pfalz liegt, wird von der Landesregierung das Tragen des Mundschutzes von den Mitfeiernden in öffentlichen Gottesdiensten (nicht von den liturgischen Diensten) erwartet. In Nordrhein-Westfalen ist dies keine Pflicht, aber angeraten.

Sollten die Bestimmungen für öffentliche Gottesdienste rechtzeitig vor dem Fronleichnamsfest geändert werden, dann muss die Situation neu bewertet werden und Sie werden umgehend informiert.

Das Sakrament der Weihe

Die Diakonenweihe findet auch in diesem Jahr am Dreifaltigkeitssonntag, den 7. Juni statt; Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp weiht die Kandidaten im Kölner Dom. Die Liturgie beginnt um 15.00 Uhr; vor Ort mitfeiern kann nur, wer über das Erzbischöfliche Priesterseminar eine Einladung erhält.

Am Herz-Jesu Fest, den 19. Juni, spendet Kardinal Woelki die Priesterweihe im Kölner Dom; die Liturgie beginnt um 16.00 Uhr; vor Ort mitfeiern kann nur, wer über das Erzbischöfliche Priesterseminar eine Einladung erhält.

Läuten

Das aus Anlass der Corona-Krise eingeführte und deutschlandweit vielfach auch ökumenisch aufgegriffene Läuten um 19.30 Uhr soll zunächst weiter fortgesetzt werden. Es ruft die Menschen zum Gebet angesichts der Pandemie, die ja noch keineswegs überwunden ist. Außerdem möchte dieses Läuten zugleich diejenigen ermutigen, die als Ärzte und Pflegekräfte besonders gefordert sind. Derzeit wird geklärt, ob das Läuten ggf. mit dem Pfingstfest gemeinsam beendet wird.

Diese Bestimmungen ergänzen die Regelungen vom 23. und 28. April 2020 und bleiben bis auf Weiteres in Geltung.

Ich wünsche Ihnen allen weiterhin Gottes Segen und österliche Zuversicht!

Dr. Markus Hofmann
Generalvikar
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>> Zu den organisatorischen Hinweisen und Regelungen zur Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste in den Mitteilungen vom vom 23.04.2020 und vom 28.04.2020.  



Erzbistum Köln
Dr. Markus Hofmann
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