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Aktuell_Informationen des Generalvikars an die Pastoralen Dienste
Montag, 27. April 2020



Sehr geehrte Priester und Diakone,
sehr geehrte Pastoral- und Gemeindereferentinnen und Pastoral- und Gemeindereferenten,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral, 

die Situation in vielen Einrichtungen der Alten-, Behinderten-, und Hospizarbeit ist derzeit in vielerlei Hinsicht für Personal und Bewohner besonders belastend, vor allem aufgrund der Besuchs- und Kontaktbeschränkungen. Es ist uns daher ein besonderes Anliegen, gerade dort – wenn möglich – Gottesdienste anzubieten.

Eine gute Möglichkeit bieten so genannte "Fenster- Gottesdienste" in den Höfen und Gärten der Einrichtungen. Die Bewohner können hierbei ohne ein zusätzliches Ansteckungsrisiko von ihren Fenstern oder Balkonen aus teilnehmen. Derartige Gottesdienste sind in den letzten Wochen bereits in verschiedenen Seelsorgebereichen des Erzbistums gefeiert worden. Aus den dazu eingegangenen Berichten haben wir unten eine kurze Übersicht mit Tipps und Hinweisen zu diesem Thema erstellt.

Wir wollen Sie in der Pastoral vor Ort damit ermutigen, in den entsprechenden Einrichtungen solche Gottesdienste anzubieten. Auch an dieser Stelle danke ich Ihnen noch einmal herzlich für Ihren tatkräftigen Einsatz in diesen für uns alle herausfordernden Zeiten.

Mit österlichen Grüßen

Dr. Markus Hofmann
Generalvikar
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Tipps und Hinweise für "Fenster-Gottesdienste"

Welche Einrichtungen kommen für "Fenster- Gottesdienste" in Frage?

Die Initiative richtet sich an alle Einrichtungen der Alten-, Behinderten- und Hospizarbeit. Dabei haben sich die Anfragen nicht nur auf Einrichtungen in Trägerschaft des Erzbistums beschränkt. Auch in nicht katholischen Einrichtungen wurden bereits Gottesdienste gefeiert. Wichtig ist, dass der Zugang von außen möglich ist und der Gottesdienst in einer einigermaßen ruhigen Umgebung stattfinden kann (kein Verkehrslärm). Die Entscheidung, ob ein solcher Gottesdienst möglich ist, liegt bei der Leitung der Einrichtung.

Wie tritt man an die Einrichtungen heran?

Wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen zunächst an die Leitung der Einrichtung. Gemeinsam mit dem Personal des Hauses wird dann entschieden, ob ein solcher Gottesdienst durchführbar ist und was dafür an Schutzmaßnahmen erfolgen muss.

Was braucht man für einen solchen Gottesdienst?

Zunächst wurde in den meisten Fällen in Erfahrung gebracht, welche Maximalanzahl für Treffen im Außenbereich von der Kommune festgelegt ist. Davon hängt dann jeweils ab, ob und in welchem Rahmen eine solche Feier grundsätzlich möglich ist. Je nachdem können dann neben dem Zelebranten noch Personen für die Technik, Musik oder als Messdiener hinzugezogen werden. Gerade die musikalische Gestaltung, zum Beispiel mit einem E-Piano trägt besonders zur feierlichen Atmosphäre bei. Die Bewohner nahmen bei den Gottesdiensten von den Fenstern ihrer Zimmer aus teil oder von ihren Balkonen. In einigen Fällen wurden Bewohner im Rollstuhl oder mit Rollator nach draußen gebracht, wo sie in einem Abstand von mindestens 5 Metern am Gottesdienst teilnehmen konnten.

Der Zelebrant bzw. Leiter des Gottesdienstes und gegebenenfalls auch die anderen Mitwirkenden sollten sich vorher und nachher sorgfältig desinfizieren. In den meisten Fällen trugen auch alle einen Mundschutz. Es wurde außerdem streng darauf geachtet, dass tatsächlich nur die Bewohner der Einrichtungen teilnehmen und Außenstehende höchstens von Nachbargärten oder vom Bürgersteig aus dabei sein konnten. Es gab in keinem der berichteten Fälle in dieser Hinsicht Probleme.

Welche technischen Hilfsmittel werden benötigt?

In den meisten Fällen wurde für die Audio-Übertragung ein Verstärker verwendet, der sonst bei Prozessionen oder ähnlichen Außengottesdiensten zum Einsatz kommt. In Mettmann wurden den Heimbewohnern, die aufgrund ihrer Bettlägerigkeit nicht am Fenster teilnehmen konnten zusätzlich zwei der Messen per Videostream angeboten. Tipps für das Livestreaming finden Sie unter: www.erzbistum-koeln.de/presse_und_medien/magazin/Tipps-fuer-das-Livestreamen-von-Gottesdiensten/

Im Falle einer Eucharistiefeier wurde der Aufbau eines einfachen Altartisches im Hof oder Garten von Gemeindemitgliedern oder Mitarbeitern der Einrichtungen meist unkompliziert umgesetzt.

Wie kann die Kommunionausteilung erfolgen?

Zahlreiche Bewohner der Einrichtungen, in denen derzeit strenges Besuchsverbot besteht, und nicht selten auch die Pflegenden freuen sich in aller Regel sehr, wenn ein Gottesdienst gefeiert werden kann; dies gilt auch dann, wenn die Spendung der sakramentalen Kommunion nicht vorgesehen oder möglich ist.

Wenn geeignete Personen aus dem Pflegepersonal zur Verfügung stehen, können diese in Absprache mit der Leitung der Einrichtung mit der Kommunionspendung beauftragt werden. In diesem Fall können diese Personen dann durch die Einrichtung zu den einzelnen Bewohnern gehen und ihnen die Kommunion spenden.

In den Fällen, in denen die Spendung der sakramentalen Kommunion an die Bewohner nicht gewünscht oder nicht möglich ist, muss darauf verzichtet werden; stattdessen sollte dann ein Gebet zur geistlichen Kommunion gesprochen werden; geeignete Gebete finden Sie unter www.erzbistum-koeln.de/presse_und_medien/magazin/Gebetsimpulse-Was-kann-ich-in-der-Corona-Krise-beten/

Welche Probleme sind bis jetzt aufgetreten?

In einigen Fällen scheiterte die Initiative an der Absage der Heimleitungen, die eine derartige Gottesdienstfeier für nicht durchführbar hielten. Gründe dafür waren eine bauliche Nicht-Eignung der Einrichtung, eine zu große Angst vor Ansteckungsmöglichkeiten, schon an Covid-19 erkrankte Bewohner oder die Befürchtung einer zusätzlichen Belastung des Personals. Oft wurde das Angebot jedoch dankbar und als Bereicherung angenommen.


Erzbistum Köln
Verantwortlich: Dr. Markus Hofmann,
Generalvikar des Erzbistums Köln
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50668 Köln
Deutschland

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