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Aktuell_Informationen des Generalvikars an die Pastoralen Dienste
Donnerstag, 23. April 2020


Sehr geehrte Priester und Diakone,
sehr geehrte Pastoral- und Gemeindereferentinnen und Pastoral- und Gemeindereferenten,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral, 

die notwendige Absage aller öffentlicher Gottesdienste angesichts der Corona-Pandemie hat uns schwer getroffen – zumal an Ostern, dem zentralen Fest unseres Glaubens. Doch es gibt eine Perspektive: Wir können davon ausgehen, dass wir – unter bestimmten Auflagen – bald wieder die ersten gemeinsamen Gottesdienste öffentlich feiern können. Das macht Mut und gibt Hoffnung. Auf diese Möglichkeit möchte ich Sie mit den folgenden Informationen vorbereiten.

  1. Bestimmungen für öffentliche Gottesdienste
Auch wenn die letzten, rechtsverbindlichen Entscheidungen noch ausstehen, will ich Sie heute schon mit diesem Schreiben informieren, damit Sie in den nächsten Tagen die entsprechenden Vorbereitungen treffen können. Nach aktuellem Stand sollen diese Änderungen sich rund um das erste Maiwochenende ergeben. Gemeinsame Gottesdienste können nach wie vor nur unter der Vorgabe gefeiert werden, dass wir weiterhin unbedingt unsere Verantwortung wahrnehmen, die Ansteckung mit dem Corona-Virus zu vermeiden. Aus diesem Grund müssen für gemeinsam gefeierte Gottesdienste – wahrscheinlich nicht nur kurzfristig – folgende Punkte zwingend eingehalten werden:
  1. Es muss, abgesehen vom Augenblick des Kommunionempfangs, ein Mindestabstand von zwei Metern nach allen Seiten eingehalten werden. Dazu müssen Sie erheben, wie viele Plätze Sie maximal belegen können, um den Abstand einzuhalten. Damit dies verlässlich möglich ist, müssen Markierungen für die Gläubigen angebracht werden:
  • vor der Kirche, um einen geregelten Zugang zu ermöglichen (ähnlich wie vor Geschäften)
  • in den Bänken in der Kirche, wo die Gläubigen Platz nehmen
  • an den Orten des Kommunionempfangs
  1. Damit die Abstände beim Betreten und Verlassen der Kirche sowie innerhalb des Kirchenraums eingehalten werden und die Maximalzahl der Personen im Kirchenraum nicht überschritten wird, bedarf es eines helfenden Ordnungsdienstes. Dafür können Sie geeignete Personen aus dem Kreis der Kirchenbesucher ansprechen. Hilfreich ist hier ggf. eine kurze Einweisung in Inhalt und Form dieses Dienstes.
  2. Es müssen Hinweisschilder mit den zentralen Verhaltensregeln zum Abstandhalten und zur Nieß-/Hust-Etikette sichtbar sein.

  3. Bei der Kommunionspendung ist Folgendes zu beachten:
  • Der Zelebrant und alle an der Austeilung der Kommunion Beteiligten desinfizieren sich – zusätzlich zur liturgischen Händewaschung – die Hände, bevor sie die Hostien berühren.
  • Die Kommunionordnung wird so angepasst, dass die Gläubigen die Kommunion im gebotenen Mindestabstand empfangen können. Die Mundkommunion soll bis auf weiteres unterbleiben.
  • Kinder und Gläubige, die zur Kommunion hinzutreten, aber nicht kommunizieren, werden ohne Berührung gesegnet.
  1. Für die Gläubigen gelten folgende Vorsichtsmaßnahmen:
  • Die Weihwasserbecken bleiben geleert.
  • Die Körbe für die Kollekte werden nicht durch die Reihe gereicht, sondern z.B. am Ausgang aufgestellt.
  • Der Friedensgruß erfolgt ohne Körperkontakt.

Neben diesen verpflichtenden Regelungen sprechen wir auch noch ausdrückliche Empfehlungen aus:
  1. Zur Zeit wird noch geprüft, ob und unter welchen Bedingungen Gemeindegesang möglich sein wird. Eine Empfehlung wird rechtzeitig gegeben. Sofern Gemeindegesang möglich sein wird, werden die Gläubigen gebeten, möglichst ihr eigenes Gotteslob mitzubringen bzw. ein eigenes Exemplar zu erwerben. Wenn die technischen Voraussetzungen geschaffen werden können, ist auch eine Projektion der Liedtexte möglich.

  2. Nach Möglichkeit werden Ein- und Ausgang durch zwei Zuwege zur Kirche getrennt.

  3. Beichten sind unter Beachtung des Mindestabstandes sowie der Hygienevorschriften möglich; Beichtstühle sind dafür in der Regel nicht geeignet.

An jedem Ort gibt es unterschiedliche Situationen, die zentral nicht bis ins Detail regelbar sind. Diese Vorgaben und Hinweise verstehen sich daher als Rahmen, innerhalb dessen die jeweils Verantwortlichen vor Ort im Detail entscheiden müssen, um die Einhaltung der behördlich vorgegebenen Auflagen und dem Schutzbedürfnis der Gläubigen bestmöglich Rechnung zu tragen. Selbstverständlich werden wir Sie über notwendige Änderungen informieren und Ihnen jeweils unterstützende Hinweise geben. Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen permanent, bewerten diese und informieren jeweils möglichst zeitnah. Um die Information möglichst schnell weitergeben zu können, bitten wir um Verständnis, dass individuelle Zwischenanfragen nur sehr begrenzt bearbeitet werden können. 

  1. Information und Kommunikation in der Pfarrei
Damit der vorsichtige Einstieg in die Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste gut gelingt, ist es unverzichtbar die Gemeindemitglieder gut zu informieren. Daher sollten Sie jetzt schon entsprechende Informationen zu folgenden Aspekten vorbereiten:
  • wo und wann bei Ihnen wieder öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden
  • welche Regeln dabei zu beachten sind (s.o.)
  • klare Kommunikation an die sogenannte Risikogruppen: Von der Sonntagspflicht wird bis auf Weiteres weiterhin dispensiert. Wer Symptome zeigt oder bei wem ein Verdacht auf Infektion besteht, muss zuhause bleiben. Verweisen Sie auf die Möglichkeit, gestreamte Gottesdienste mitzufeiern, die aus diesem Grunde weiter ihre Bedeutung haben.
  • Hinweise zu Anmeldemöglichkeiten für alle Gottesdienste, bei denen u.U. mehr Teilnahmewillige kommen als Plätze mit Mindestabstand vorhanden sind. Der Ordnungsdienst sollte daher bei solchen Gottesdiensten den Einlass regeln und im Kirchraum bei der Einhaltung der Abstände unterstützen.
Der letzte Punkt ist wichtig, aber wirft natürlich auch organisatorische Fragen auf. Wichtig ist er, weil wir Situationen vermeiden sollten, dass Gläubige vergeblich kommen und entsprechend enttäuscht sind, wenn sie nicht eingelassen werden können. Daher ist es dringend empfehlenswert, transparent zu machen, wie viele Plätze in einer bestimmten Kirche für einen konkreten Gottesdienst zur Verfügung stehen bzw. noch frei sind, und zu kommunizieren, wie man sich zum Gottesdienst anmelden kann. Das kann über die Pfarr- bzw. Pastoralbüros geschehen, die entweder (wieder) besetzt werden oder in denen eine Rufumleitung ins Home-Office erfolgt. Um Sie bei der Frage der Anmeldung zu unterstützten, hat das Erzbistum mehrere digitale Möglichkeiten der Online-Anmeldung für einen bestimmten Gottesdienst getestet und wird sobald wie möglich eine entsprechende Empfehlung mit Hinweisen zur Einrichtung mitteilen. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage des Datenschutzes geklärt.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, bei Bedarf die Zahl der sonntäglichen Messfeiern, vor allem in großen Kirchen, zu erhöhen – ohne die Zelebranten zu überfordern. Grundsätzlich gilt im Erzbistum Köln, dass jeder Priester an Sonn- und Feiertagen eine Vorabendmesse und bis zu drei weitere Eucharistiefeiern vom Tag zelebrieren darf. 

  1. Erstkommunion / Firmung / Hochzeiten
Es ist abzusehen, dass die Einschränkungen im öffentlichen und kirchlichen Leben nicht nur einige Wochen, sondern vermutlich einige Monate gelten werden. Das hat zur Folge, dass Erstkommunionfeiern, Firmfeiern und Hochzeiten auf absehbare Zeit leider nicht in den bisher gewohnten gottesdienstlichen Größenordnungen gefeiert werden können. Auch die familiären Feiern danach werden noch längere Zeit von Einschränkungen betroffen sein.

Wichtig ist für die Erstkommunionen und Firmungen, dass der Zusammenhang einer guten Vorbereitung zur Feier selbst gewahrt bleibt, also keine zu lange Unterbrechung zwischen der Vorbereitung und der Feier des Sakramentes liegt. Daher legen sich bei den Erstkommunionen kleinere Lösungen nahe; es ist zu empfehlen, diese kleineren Erstkommunionfeiern vor Abschluss des Schuljahres anzusetzen und bezüglich der familiären Feier an die Verantwortung der Betreffenden zu appellieren. Grundsätzlich sind hier die Pfarrer und Pastoralteams vor Ort diejenigen, die eine konkrete Situation am besten einschätzen können. Für die Firmungen wird das weitere Vorgehen noch abgestimmt. 


Sehr geehrte Damen und Herren in den Pastoralen Diensten unseres Erzbistums, nicht nur bei diesem letzten Punkt sind Sie besonders gefordert. Die pastorale Arbeit ist unseren Zeiten ohnehin schon vor große Herausforderungen gestellt. Corona macht es uns nicht leichter. Doch ich hoffe, dass ich mit diesen Zeilen Ihnen einige hilfreiche Hinweise auf das Kommende und Mögliche geben konnte, damit Sie etwas Vorlauf haben. Ich melde mich umgehend bei Ihnen, sobald neue Informationen vorliegen. 


Mit österlichen Grüßen

Dr. Markus Hofmann
Generalvikar


Erzbistum Köln
Verantwortlich: Dr. Markus Hofmann,
Generalvikar des Erzbistums Köln
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50668 Köln
Deutschland

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