Information des Generalvikars zu Liturgie und Gottesdiensten.
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Information des Generalvikars
Montag, 16. März 2020

Sehr geehrte Priester und Diakone,
sehr geehrte Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten,
sehr geehrte Damen und Herren im kirchlichen Dienst,

am vergangenen Samstag sind Sie alle mit der schwerwiegenden Entscheidung konfrontiert worden, dass im Erzbistum Köln bis zum Karfreitag, 10. April 2020, alle öffentlichen Gottesdienste ausgesetzt werden. Mit diesem außergewöhnlichen und in dieser Form einmaligen Schritt haben wir im Erzbistum Köln auf die dynamische Entwicklung in Bezug auf die Ausbreitung des Corona-Virus sowie auf die Vorgaben der Landesregierung und der kommunalen Behörden reagiert. Aufgrund der Kurzfristigkeit der notwendig gewordenen Entscheidung am Samstag konnte ich Ihnen die Hintergründe und Konsequenzen bisher nicht darlegen, so dass ich mich heute nochmals an Sie wende.

Um die Menschen vor der wachsenden Bedrohung durch das Corona-Virus zu schützen und das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu bewahren, haben die staatlichen Stellen vielfältige Einschränkungen des öffentlichen Lebens erlassen. Die Entscheidung, die Gottesdienste in unserem Erzbistum auszusetzen, ist eine Maßnahme, die ich mir bis vor Kurzem nicht hätte vorstellen können. Sie trifft mich zutiefst in meinem priesterlichen Selbstverständnis, ist jedoch angesichts der Verantwortung, die wir als Kirche für die Gesellschaft und das Gemeinwohl tragen, unumgänglich. Sie gilt für alle öffentlichen Gottesdienste im Erzbistum Köln bis zum 10. April 2020 und ist von den leitenden Pfarrern und Kirchenrektoren umzusetzen. Bis zum 1. Mai 2020 werden zudem alle Erstkommunionfeiern, Firmungen und bischöflichen Visitationen ausgesetzt. Alle Fristen gelten vorbehaltlich weiterer Verlängerungen, da auch die Kommunen bisher sehr unterschiedlich reagieren.

Bitte beachten Sie die gesonderten erscheinenden liturgischen Hinweise für den Umgang mit Taufen und Trauungen, seelsorglichen Gesprächen und Beichte, Krankensalbung und Krankenkommunion sowie Beerdigungen.

„Freude und Hoffnung, Bedrängnis und Trauer der Menschen von heute … sind zugleich auch Freude und Hoffnung, Trauer und Bedrängnis der Jünger Christi“, so die Pastoralkonstitution Gaudium et Spes des II. Vatikanums. In dieser schweren Stunde spüren wir schmerzlich die Bedrängnis und wollen doch in Werken tätiger Nächstenliebe und Solidarität ein Zeichen der Hoffnung sein. Dazu erflehen wir den Beistand Gottes und bitten um seinen Schutz und Segen. Als äußeres Zeichen der bleibenden Gebetsgemeinschaft ordne ich an, dass bis zum Gründonnerstag in allen Kirchen im Erzbistum Köln täglich um 19.30 Uhr die Glocken geläutet werden, um alle Gläubigen und alle Menschen guten Willens zu einem gemeinsamen Gebet für die von dieser bisher ungekannten Ausnahmesituation Betroffenen einzuladen. Gerne empfehle ich dafür das älteste Mariengebet Unter deinen Schutz und Schirm.

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir,
o heilige Gottesgebärerin,
verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren.
O du glorreiche und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinem Sohne.

Im Gebet verbunden verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Ihr
Dr. Markus Hofmann
Generalvikar

Erzbistum Köln
Dr. Markus Günther
Marzellenstr. 32
50668 Köln
Deutschland

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